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Deutsches Bildungssystem - quo vadis?

Pisastudie - Zahl der Schulabbrecher - Die Abgehängten von morgen - Mangel an Grundschulleitern

Wenn man sich derzeit in der Bildungslandschaft in Deutschland umhört, erfährt man fast nur Schwachpunkte, Kritik und negative Nachrichten. Nach dem Pisa-Schock um die Jahrtausendwende war die Nation aufgewühlt und hektisch bemüht, diese Charte auszuwetzen. Inzwischen haben sich die Pisawerte wieder in Richtung nach unten verabschiedet und liegen teilweise unter dem Niveau von Entwicklungsländern. Beim Lesen, in der Naturwissenschaft und in der Mathematik haben wir unseren Status in den letzten 20 Jahren nicht verbessern können.

Wo bleibt da die stolze Bildungsnation Deutschland? Das Land der Dichter und Decker, der Erfinder verliert immer mehr an Bedeutung und Stellenwert in der Bildungslandschaft. Natürlich werden die Werte dann unterschiedlich interpretiert und schöngeredet. Die deutsche Pisa-Koordinatorin Kristian Reiss verwies darauf, dass Deutschland in einer stabilen Gruppe mit Belgien und Frankreich liege. Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger zeigt sich sogar überrascht, dass die BRD angesichts Lehrermangels, Unterrichtsausfall und verstärkter Zuwanderung nicht schlechter abgeschnitten habe und die Opposition mit Thomas Sattelberger (FDP) stellt den Pisa-Ergebnissen ein "desaströses Zeugnis für die Bildungspolitik" aus.

Landaus - landein wird davon gesprochen, dass wir mehr in die Bildung investieren müssen. Die Fördergeldern für Baumaßnahmen oder die Digitalisierung sollen auch - so hört man - vorhanden sein, werden aufgrund von Bürokratiemonstern aber nicht ausgezahlt.

Kaputte Toiletten, verschimmelte Räume, Putz von der Decke, triste Pausenhöfe, wo bitteschön, soll da die Motivation von Schülern zu einem engagierten Lernen herkommen. Die Zahl der Schulabbrecher steigt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Jugendliche die Schule häufiger ohne Abschluss verlassen. Das geht gleichzeitig einher mit der Zahl der offenen Stellen im Handwerk, in der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe. Wir haben ganz deutlich ein Fachkräfte-Problem und können es uns nicht leisten, 6,8 Prozent unserer Jugendlichen ohne Ausbildung oder Ausbildungsabschluss zu lassen. Ganz zu schweigen von den Kosten, die jeder Jugendliche verursacht, wenn er in Jugendhilfemaßnahmen gefördert werden soll (3.500 € pro Monat).

"Wir müssen stärker in die Bildung investieren - das ist der Rohstoff der Zukunft".  Politiker-Sprech und "leere Worte", die uns keinen Millimeter voranbringen, die das Problem nur in die Zukunft verschieben.

Wo bleibt denn die Bildungsoffensive, die so oft schon beschworen wurde?

Wenn dann gleichzeitig auch erkennbar wird, dass der Status unserer Lehrer mehr und mehr gelitten hat, dass in vielen Bundesländern keine Schulleiter mehr gefunden werden, die sich diesem "Knochen-Job" verschreiben, dann stimmt dies den Betrachter bedenklich.

Schulleiter sind heute vor allem Manager - mit allen finanziellen und rechtlichen Pflichten. Neben den bürokratischen Verpflichtungen sollen sie aber auch noch Unterricht halten und die Schule lenken und leiten, und das bei einem nicht gerade attraktiven Gehalt. Das größte Problem für die Schulleiter ist zur Zeit der große Lehrermangel und die damit verbundene Vertretungsproblemtik. Gleichzeitig muss man auch konstatieren, dass die Schülerschaft schwieriger und die Elternschaft anspruchsvoller geworden sind.

Die Schule heute ist in einem Teufelskreis und kann aus eigenem Antrieb nicht aus der Talsohle herauskommen.

Hier ist eine konzertierte Aktion gefragt, Taten müssen jetzt her, keine leeren Worte mehr.

Das es auch ein paar positive Beispiele geben soll, darf nicht verschwiegen werden. In Dortmund wird ein Programm, wo gescheiterte Jugendliche doch noch einen erfolgreichen Bildungsabschluss erzielen können, erfolgreich umgesetzt. Ein Tropfen auf einen heißen Stein.

Unser Projekt LERNPATEN Saar kann auch als ein positives Beispiel herhalten. Wenn auch die Zahl der 150 Lernpaten im 1:1-Einsatz wieder nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten, können wir jedoch reklamieren, dass wir 150 Kindern und Jugendlichen eine gute Zukunft ermöglichen.

Inzwischen wird uns sogar vorgehalten, dass wir der staatlichen Bildungsmisere noch die Stange halten, weil wir die großen Bildungseinbrüche nicht anprangern, quasi konterkarieren. Uns ist die Problematik mehr als bewusst. Sehenden Auges setzen wir uns für die Kinder ein, wenigstens für diese 150 (oft benachteiligten) Kinder können wir eine gute Zukunft ermöglichen. Unser Projekt der Lernpaten Saar erhält keine staatliche Förderung.

Wir haben Ihnen eine Sammlung von Beiträgen zusammengestellt, die die Bildungsproblematik darstellt. Bilden Sie sich selbst ein Bild.

Neustart ins Leben

völlig verrechnet

Schlechtere Pisa-Noten

Grundschulleiter dringend gesucht

Die Angehängten von morgen

 


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